Archiv für März 2010

Erdbeben Chile/Malteser Augenzeuge: Ein ganzes Dorf ist im Meer verschwunden/ 50.000 Euro für Soforthilfe

Donnerstag, 04. März 2010

Santiago/ Concepción/Köln (ots) – “Ich sah wie durch die Welle nur 45 Minuten nach dem Erdbeben ein ganzes Dorf im Meer verschwand,” so berichtet ein Augenzeuge der Malteser aus Concepción. Malteser International steht in direktem Kontakt mit dem chilenischen Malteser Hilfsdienst “Auxilio Maltés” und prüft unterstützende Hilfsmaßnahmen. Nach Einschätzung von dessen Experten wird die Soforthilfe zwar zu einem großen Teil durch die chilenischen staatlichen und zivilgesellschaftlichen Strukturen gedeckt werden können, im nachfolgenden Wiederaufbau werden jedoch große Lücken auftauchen, die vor allem durch Nichtregierungsorganisationen gefüllt werden müssten. Hier stehen vor allem Kindergärten, Schulen, medizinische Zentren und Altenheime in den zu 95 Prozent zerstörten ärmeren Gebieten im Vordergrund. Die Malteser werden sich daher vor allem auf diese Aufgaben konzentrieren.

Malteser International hat zusammen mit dem lateinamerikanischen Netzwerk des Maltesrordens schon bei vielen Katastrophen auf dem Kontinent helfen können, zuletzt beim verheerenden Erdbeben in Peru und den Überschwemmungen in Mexiko im Jahr 2007. Die damals initiierten Trainingsmaßnahmen für Malteser Personal in der Humanitären Hilfe und im Katastrophenschutz zahlen sich nun aus. So stehen beispielsweise Helfer zur Verfügung, die in der weltweit anerkannten Qualitätsinitiative “Sphere” ausgebildet wurden.

Am Samstag 3.34 Uhr Ortszeit (8.34 Uhr MEZ) hatte ein Erdbeben der Stärke 8,8 auf der Richterskala die Küste vor Concepcion erschüttert. Derzeit geht man von mehr als 700 Todesopfern aus. Eine Tsunamiwarnung galt zunächst für den gesamten Pazifikraum. Präsidentin Michelle Bachelet erklärte, das Beben sei «eines der fünf stärksten» in der Geschichte des Landes, von dem etwa zwei Millionen Menschen betroffen seien.

Die Malteser rufen zu Spenden für die Opfer des verheerenden Erdbebens in Chile auf:

Spendenkonto 120 120 120, Bank für Sozialwirtschaft (BLZ 370 205 00), Stichwort: Erdbeben Chile Online-Spenden: www.malteser-spenden.de

Chile-Buch “Charango” hilft Erdbebenopfer

Mittwoch, 03. März 2010
Edition Lithaus, Berlin ISBN 978-3-939305-06-4

Edition Lithaus, Berlin ISBN 978-3-939305-06-4

Charango-Autorin Dagmar Riefler (Edition Lithaus, Berlin ISBN 978-3-939305-06-4) spendet die Hälfte ihres Buchhonorares für Chile.

“Es ist für mich eine Herzensangelegenheit, einigen Menschen, die das Erdbeben in Not gebracht hat, zu helfen. Deshalb werde ich ab sofort die Hälfte meines Autorenhonorares, das mir mein Verlag, Edition Lithaus, Berlin, für mein Chilebuch „Charango“ bezahlt, an vom Erdbeben betroffene Familien mit Kindern weiterleiten.” Das Geld geht direkt an die betroffenen Menschen.
Chile ist ein wunderschönes Land, aber nach wie vor sind die sozialen Unterschiede enorm. Nur wenige können sich viel leisten. Für die breite Masse reicht es zum Nötigsten. “Ich hoffe auf viele Leser, damit wir gemeinsam ein paar Menschen eine Freude bereiten können, die beim Erdbeben alles verloren haben.”
Charango –Chile mit dem Herzen entdecken – zum Inhalt:
Das Buch berichtet „aus Kindersicht“ auf unterhaltsame Weise über das Land, seine Menschen und viele Erlebnisse, die die Autorin vor Ort mit ihrem Sohne erlebt und recherchiert hat.
Auf charmante und zum Teil sicherlich auch ungewöhnliche Weise erleben die Leser Chile aus den Augen eines staunenden Kindes. Das erzählt von grauen Löchern und einem neugierigen Meer, den bösen Kaktuskugeln und vom kleinen Erdbeerdorf voller Kuchen, in dem die Uhren rückwärts ticken. Der Leser erfährt, weshalb in Chile die Pinguine in der Wüste leben oder weshalb die Mapuchen weinen und die Charango am schwarzen Strand spielt.
Damit ist Charango eine unterhaltsame Reiselektüre und ideale Ergänzung zu klassischen Reiseführern.